|
Sektorübergreifende Versorgung braucht kreative Lösungswege
Seit Jahrzehnten wird sie gefordert, seit Jahren gibt es für sie mal mehr, mal weniger gesetzliche Möglichkeiten: Die sektorübergreifende Versorgung. Was für Akteure auf beiden Seiten der »Grenze« mal als wirtschaftliche Chance mal als ungewollte Konkurrenz, aber stets als Chance zur Optimierung der gesamten Versorgungskette wahrgenommen und diskutiert wird, stellt insbesondere für die Bereiche der psychiatrischen Versorgung, der Versorgung älterer Menschen mit Behinderung oder auch somatisch erkrankten Menschen mit demenzieller Zusatzdiagnose eine alltägliche Herausforderung dar.
Viel stärker als in rein somatischen Versorgungsbereichen besteht bei diesen Diagnosen bzw. Diagnosekombinationen die Notwendigkeit einer aufeinander und miteinander abgestimmten Versorgung. Zugang, Qualität, Information oder Finanzierung muss zwischen unterschiedlichen Ebenen reibungslos ineinander greifen, um eine optimale Versorgung zu realisieren. Die Sektorengrenze ist dann nicht nur lästige Finanzierungs- und Verwaltungsbremse, sondern zentrale Hürde auf dem Weg zu einer optimalen Versorgung.
Wie können somatische Häuser für die zunehmende Patientengruppe mit demenziellen Zusatzdiagnosen eine optimale und dennoch kostensparende Versorgung auch in den ambulanten Nach- und Weiterversorgungsbereich hinein sicherstellen? Wie kann die Kontinuität der Versorgung und deren sektorübergreifende Qualitätssicherung im (sozial)psychiatrischen Bereich gewährleistet werden? Einrichtungen auf beiden Seiten der Sektorengrenze insbesondere aber auch die Grenze durchdringende Komplexträger benötigen hier spezifische Unterstützung. Finanzierung, Prozessgestaltung, Qualitätsmanagement ... all diese Punkte müssen anhand unterschiedlicher rechtlicher und auch kultureller Rahmen betrachtet und optimiert werden. Gesucht sind somit Lösungen, welche die unterschiedlichen Sektoren wie die Stimmen & Instrumente einer Orchesterpartitur zu einem Gesamtkunstwerk, einer neuen Harmonie zusammenführen.
Als Berater, der beide Seiten der Sektorengrenze seit Jahren begleitet, haben wir Ihnen hier einige Beiträge zusammen gestellt. Wir wünschen eine anregende Lektüre.
Ihr
Philip Schunke
|